Vor 20 Jahren zog die DEG in den Dome um. Dort wird sie auch in der kommenden Saison spielen. In ihrer historischen Heimat an der Brehmstraße wird es nun nach vielen Jahren mal wieder ein Profispiel geben: Beim Testspiel im Rahmen der Saisoneröffnung gegen Herne.
Die Düsseldofer EG testet im Stadion an der Brehmstraße – zum ersten Mal seit langem.
Foto: imago/Passage/imago sportfotodienstDüsseldorf · Vor 20 Jahren zog die DEG in den Dome um. Dort wird sie auch in der kommenden Saison spielen. In ihrer historischen Heimat an der Brehmstraße wird es nun nach vielen Jahren mal wieder ein Profispiel geben: Beim Testspiel im Rahmen der Saisoneröffnung gegen Herne.
Es gibt sie ja immer noch, die Fans der Düsseldorfer EG, die der alten Brehmstraße nachtrauern. Mehr als 70 Jahre lang war die nicht nur die Heimat des Klubs, sondern auch der Ort, an dem sie acht Meisterschaften und einen DEB-Pokal gewann. Und dann erst diese Stimmung. Logisch, dass da nostalgische Gefühle aufkommen. Auch, wenn es im September bereits 20 Jahre her sein wird, dass die DEG in den Dome zog. Dorthin, wo sie noch nie etwas gewonnen hat und 2025 sogar abgestiegen ist. Nicht, dass die DEG seitdem gar nichts mehr mit der Brehmstraße zu tun hätte: Der Stammverein ist nach wie vor am Rande des Zooparks zu Hause, die Profis trainieren dort, und bis 2022 war auch deren Geschäftsstelle noch an der Brehmstraße 27a zu Hause. Aber die „guten, alten Zeiten“, als Woche für Woche mehr als 10.000 Fans in Deutschlands berühmtestes Eisstadion pilgerten und schon Stunden vor dem ersten Bully sangen und schunkelten und tranken, die sind nun mal vorbei.
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Entsprechend gut kam es beim Düsseldorfer Eishockeypublikum an, als ihr Klub am Mittwochmorgen verkündete, bald zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Zwar nur für einen Tag, aber immerhin. Am 22. August steigt an der Brehmstraße die Saisoneröffnung – und das sogar mit einem Testspiel. Um 18 Uhr geht es gegen die Herne Miners aus der Oberliga. „Wir wissen, dass wir mit dem Gastspiel an der legendären Brehmstraße vielen Fans eine Freude machen. An diesem Ort hat die DEG ihre größten Erfolge gefeiert“, wird Geschäftsführer Rick Amann in der Mitteilung zitiert.
DEG testet endlich mal wieder zuhause
Amann nutzte die Gelegenheit aber auch, um das Publikum zu warnen – vor allem jenes, das die alte Halle nur aus Erzählungen kennt. Die „Infrastruktur“ sei mit der des Domes „nicht vergleichbar“. Eigentlich eine Binsenweisheit, aber der Hinweis ist vielleicht gar nicht schlecht. Nun dürfte es im August nicht wirklich kalt sein, aber das zugige Stadion ist nun mal gehörig in die Jahre gekommen, auch was sanitäre Anlagen, Kioske oder den Komfort auf den Plätzen angeht. Wer die Annehmlichkeiten einer modernen Multifunktionsarena gewohnt ist, wird sich wundern. „Dennoch sind wir überzeugt“, sagte Amann, „dass die besondere Atmosphäre und die Nähe zu unseren Fans diesen Tag einzigartig machen werden.“
Was den Tag in jedem Fall besonders machen wird: Dass es endlich mal wieder ein Vorbereitungsspiel in Düsseldorf gibt. Seit Jahren testet die DEG stets auswärts. Zwar gab es auch nach 2006 ein paar Profispiele an der Brehmstraße, aber nur in der kleinen Trainingshalle und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und als es 2021 dann endlich wieder eins mit Fans auf den Tribünen des Domes geben sollte – Wolfsburg war zur Saisoneröffnung eingeladen –, spielte die DEG nur unter sich. Die Wolfsburger hatten drei Corona-Fälle und mussten ihre Reise absagen.
Sonst? Gab es nur Pflichtspiele in der Heimat. Was mit den Kosten und dem organisatorischen Aufwand begründet wurde. Der sei für ein Testspiel zu hoch, man wolle damit ja keinen Verlust machen. Im Fall der Brehmstraße dürfte es auch darum gegangen sein, die Fans nicht auf falsche Gedanken zu bringen. Bloß nicht den Eindruck erwecken, das alte Stadion sei auch für den Spielbetrieb ausreichend. Das ist es für die erste Liga nämlich in keinem Fall, auch in der zweiten dürfte es eng werden.
Zuschauerzahl viel geringer als damals
Das zeigt sich allein daran, dass für das Testspiel im August nur etwas zwischen 4000 und 5000 Menschen in der Halle sein dürfen. Das war vor ein paar Jahren noch anders. Beim Abschiedsspiel von Daniel Kreutzer 2018 kamen 9000 Fans. Auch noch vergangenes Jahr wäre das möglich gewesen. Als nach dem Abstieg die Frage im Raum stand, ob die DEG in der DEL2 nicht besser an der Brehmstraße anstatt im Dome spielen sollte, hieß es von der Stadt Düsseldorf auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Halle „für aktuell 7000 Besucher*innen (2000 Sitzplätze und 5000 Stehplätze) und einer Erweiterung auf bis zu maximal 10.300 Besucherplätzen für Veranstaltungen zugelassen“ sei. Aber das hat sich nun geändert, jetzt dürfen nicht mal mehr 5000 Menschen rein.
Die, die zum Testspiel gegen Herne kommen, dürften sich dennoch freuen. Und dann noch mal in Erinnerung an die „gute, alte Zeit“ schwelgen. An die Zeit, als die DEG noch in der ersten Liga spielte und regelmäßig Trophäen übers Eis trug.